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Silberhochzeit in Dorsten

 

Dorsten, 01.09.2024. Bischof Michael Eberle besuchte die Gemeinde Dorsten, auch, um den Glaubensgeschwistern Silke und Torsten Scheibenzuber den Segen zur Silberhochzeit zu spenden. Insgesamt waren 112 Teilnehmer vor Ort, davon sieben Gäste. 24 Personen folgten dem Gottesdienst per Video und Telefon.

Grundlage für den Gottesdienst war das Bibelwort aus 1. Mose 3, 8: Und sie hörten Gott, den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes, des Herrn, zwischen den Bäumen im Garten.

Das Grundgefühl der Liebe Gottes

Bischof Eberle sprach davon, dass wir gekommen sind, um den Herrn in der Wirksamkeit seines Geistes zu erleben, um Wort und Sakrament hinzunehmen. Wenn wir uns bewusst von den Dingen des Alltags, die uns vereinnahmen trennen, und uns Gott im Glauben nähern, auf ihn hoffen, ihm vertrauen, dann wäre er auch erlebbar. Er wünsche allen Gottesdienstteilnehmern, dass das Grundgefühl der Liebe Gottes im Mittelpunkt stehen möge, und dieses sich jedem in seiner Wirksamkeit zuwende. Alle Lasten, Sorgen und Nöte, die nun mal da sind, mögen sie ihm anempfehlen und anvertrauen in dem Bewusstsein: Allein der liebende, der allmächtige und allwissende Gott habe für alles eine Lösung. Hier sei zu beachten, dass „unsere Lösungen“ gern mitschwingen wollen, wenn wir Gott um Nähe anflehen, um Hilfe bitten. „Ich lege es in deine Hand“, das müssen wir lernen um die Lösungen aus seiner Hand anzunehmen. Unsere eigenen Lösungen können die Wunder Gottes nicht erleben, weil wir mit unseren Gedanken das beschränken, was Gott für uns tun kann.

Gott will den Menschen nahe sein

Das Bibelwort beschreibt eine Szene im Garten Eden: „Und sie hörten Gott, den Herrn …“ Hier wird diese Beschreibung benutzt, um Gott verständlich zu machen. Es sei ein besonderer Punkt: Gott will dem Mensch nahe sein! Die Situation war nicht so geprägt, dass die beiden Menschen es auch so wollten, denn sie versteckten sich vor ihm. Die Überlieferung beschreibt zudem was geschah bevor sich Adam und seiner Frau versteckten, den Herrn mieden. Diese Entscheidung zur Sünde sei eine Willensentscheidung gewesen, erklärte der Bischof. Sie ahnten, dass etwas auf sie zukommen wird. Aber was bringt es, sich vor Gott verstecken zu wollen?

Menschen hätten die Neigung sich darzustellen mit Worten und Taten, um einen guten Eindruck zu erwecken oder einen anderen zu unterdrücken. Da wird so getan, als sei alles in Ordnung und in Wirklichkeit ist nichts in Ordnung. Da wird grundlos gelobt, damit man positiv wahrgenommen wird. Gott sieht aber das Herz an. Was mache es also für einen Sinn, sich vor Gott zu verstecken?

Adam und Eva hatten sich dem hingegeben, was ihnen die Schlange versprach, doch dann sahen sie sich nackt und bloß, empfanden Scham. Gläubige sollten bedenken, dass sie nichts vor dem Herrn verstecken könnten. Allerdings sei unsere Situation mit der Situation der Menschen im Paradies nicht vergleichbar. Wenn wir dem Rat Gottes folgen, sei das keine Entmündigung, keine Abgabe der freien Willensentscheidung, sondern ein demütiges Anerkennen des Willens Gottes. Adam und Eva mussten also die Gottesferne erleben, den Garten Eden verlassen. Aber Gott hatte es nicht dabei belassen. Er versprach ihnen Hilfe, indem er jemanden senden werde, der der Schlange den Kopf zertrete. Und so würde hier deutlich, dass Gott selbst unter den Menschen war, später durch Jesus Christus, der sagte: „Wer mich sieht, sieht den Vater.“

Und wie ist Gott uns heute nahe? Jesus war nur eine begrenzte Zeit hier. Heute dient uns Gott durch den Heiligen Geist. Dennoch sind wir ihm nicht so nah wie Adam und Eva. Noch sind wir in der Gottferne und dennoch können wir am Altar Gottes eine gewisse Nähe verspüren. In der Offenbarung lesen wir für die Zukunft: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen und er selbst wird bei ihnen wohnen. Er wird ihr Gott sein und sie werden sein Volk sein.“ Das ist die Einladung Gottes an uns, wenn wir ihm im Glauben folgen, seinen Segen auf uns ziehen. Entscheidend sei, dass wir vor dem Herrn ehrlich bleiben.

Gott ist Liebe

Der stellvertretende Bezirksvorsteher Evangelist Daniel Ansorge erklärte in seiner Predigtzugabe: Gott habe den Menschen in Liebe geschaffen, zur Gemeinschaft mit ihm. Was aber habe der Mensch gemacht? Er erinnerte an ein Gespräch mit Kindern, die meinten, Gott könnte nichts sehen, wenn etwas im Haus geschehe. So sei es aber nicht. Gott habe ein anderes Verhältnis zu uns, ihm sei unser Inneres bekannt, sogar sichtbar. Gott sei Liebe und wolle die Menschen von der Sünde befreien, um sie auf die Gottesnähe der Zukunft vorzubereiten.

Paradiesische Zustände

Evangelist Bublitz ergänzte fragend: Wer würde das Wort "paradiesische Zustände" nicht kennen? Gott wäre mitten unter ihnen gewesen, er ging mit ihnen spazieren. Sie konnten ihn direkt fragen. Wie herrlich! Doch als die Schlange kam, fragten sie nicht nach Gott. Er aber, versprach ihnen dennoch den Erlöser zu senden. Gott wolle alles wiedergutmachen. Paradiesische Zustände, sie kämen wieder.

Näher mein Gott zu dir

Vor dem Abendmahl erinnerte Bischof Eberle an Mose, der kurz vor dem gelobten Land angekommen war und aufgrund seines Rückblicks mit gemischten Gefühlen die Worte Gottes hören musste: „Habe ich dich nicht getragen, wie ein Mann seinen Sohn trägt, über den ganzen Weg?“ Gott wollte damit deutlich machen: Er habe sein Volk bewahrt, ist mit ihm gegangen, hätte es nicht fallengelassen, obwohl es oftmals den Blick weglenkte, unzufrieden war. Sogar undankbar kritisierten sie Gott, für das, was er ihnen tat, weil sie es nicht verstanden. "Ich denke, wir dürfen das heute Morgen umformulieren und sagen: Ja, wir wissen, dass der Herr uns bis heute getragen hat, dass er mit uns gegangen und gewesen ist. Und nichts wäre schöner wenn es so bleiben würde!"

Segen zur Silberhochzeit

Nach der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahls bat der Bischof das Jubelpaar vor den Altar. Er überreichte ihnen ein Bibelwort aus Psalm 36, 8-9: „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden satt durch die Güter deines Hauses und du tränkst sie mit Wasser wie mit einem Strom.“

"Wie köstlich ist deine Güte, Gott! Das kann man nur bestätigen und viele unter uns werden heute sagen: Wir haben den Herrn erlebt, er war mit uns, hat uns geleitet und begleitet, das war und ist köstlich, großartig", so leitete der Bischof seine Ansprache an das Jubelpaar ein. 25 Jahre gingen sie nun zusammen, haben den Segen Gottes damals zu ihrem Ehebund hinzugenommen, bekamen Kinder, sind einander treu geblieben. Durch die Kinder wurden sie reich, wurden sie Familie. Natürlich habe er als Priester seinen Platz auch in der Gemeinde ausgefüllt, die Gemeinde reicher gemacht. Das alles sei nicht selbstverständlich. Die vielfältigen Gaben die er besitze, die Veranlagung, die er durch Gott bekommen habe, hätten dazu beigetragen ein Leben zu leben, das von besonderen Werten geprägt ist, für sich persönlich als Familie, aber auch für das Werk des Herrn. Es sei eine hohe Gnade den Segen Gottes heute erneut hinzunehmen. Dankbarkeit und Freude prägten ein reiches Leben, orientiert am Willen Gottes. Dennoch bleiben wir Sünder bei allem was wir bekommen. Aber wir wissen, wohin wir gehen können. Der Herr, euer allmächtiger Gott, der euch kennt, der euch führt, der euch leitet, bleibe bei euch in der Zukunft, in seiner Allmacht, in seiner Größe, in seiner Güte. Jesus Christus, der für alle das Opfer brachte, sei und bleibe der Seelenhirte, der Quell der Gnade und des Friedens. Der Heilige Geist soll auch in Zukunft ein Mahner und Ratgeber sein, der immer wieder hilft, um weiterzukommen bis an das Ziel des Glaubens.

Nach dem Segen für das Silberpaar endete der Gottesdienst mit Gebet und Segen für alle Gottesdienstteilnehmer. 

1. September 2024
Text: Annerose Bilzer
Fotos: Oliver Antwi

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